Strombörse
Preise entstehen durch Angebot und Nachfrage.
Wann ist der Strom am billigsten? Erfahren Sie typische Uhrzeiten, saisonale Unterschiede und wie Sie günstige Tarife nutzen.
Preise entstehen durch Angebot und Nachfrage.
Nachts und mittags oft günstiger, abends teurer.
Winter meist teuer, Sommer dank Solar günstiger.
Das teuerste Kraftwerk bestimmt den Strompreis.
Mit variablem TEAG-Tarif von Schwankungen profitieren.
Intelligentes Messsystem macht günstige Zeiten nutzbar.
Strompreise entstehen an der Börse durch Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachfrage steigt oder weniger erneuerbare Energien verfügbar sind, klettern die Preise. Grundlage für die Preisbildung ist das Merit-Order-Prinzip: Das teuerste noch benötigte Kraftwerk, um den Bedarf zu decken, bestimmt den Strompreis. So kommt es zu den typischen Schwankungen im Tages- und Jahresverlauf.
Kraftwerke werden nach ihren Kosten sortiert: An erster Stelle speisen erneuerbare Energien wie Wind- und Solaranlagen günstigen Strom ein, danach folgen teurere Kraftwerke. Den endgültigen Preis setzt das letzte – und damit teuerste – Kraftwerk, das noch benötigt wird, um die Nachfrage zu decken.
Ja, in der Regel schon. Zwischen 22 und 6 Uhr sinkt die Nachfrage, weil die meisten Menschen schlafen. Dadurch sind die Preise meist niedriger.
Mittags, besonders an sonnigen Tagen zwischen 11 und 14 Uhr, wenn viel Solarstrom ins Netz eingespeist wird und der Verbrauch vergleichsweise niedrig ist.
Vor allem Haushalte mit flexiblem Verbrauch, z. B. beim Laden eines E-Autos oder beim Betrieb einer Wärmepumpe, profitieren von einem dynamischen Stromtarif. Voraussetzung ist allerdings ein intelligentes Messsystem (Smart Meter).
Der Strompreis ist kein fester Wert, sondern wird an der Strombörse gebildet. Wann Strom am günstigsten ist, hängt also ähnlich wie bei anderen Rohstoffen von Angebot und Nachfrage ab.
Im Tagesverlauf lassen sich die Unterschiede besonders gut beobachten: Morgens, wenn viele Menschen gleichzeitig duschen, frühstücken und elektrische Geräte nutzen, steigt die Nachfrage spürbar an. Abends passiert das Gleiche noch einmal, wenn gekocht, gewaschen oder ferngesehen wird. In diesen Spitzenzeiten klettert auch der Preis nach oben. Dazwischen, etwa nachts, wenn der Strombedarf sehr niedrig ist, sinken die Preise deutlich.
Auch saisonale Effekte im Jahresverlauf wirken sich auf den Preis aus. Im Winter ist der Energiebedarf höher: Beleuchtung, Heizlüfter oder Wärmepumpen treiben den Verbrauch in die Höhe. Zudem verbringen wir mehr Zeit zu Hause und nutzen elektrische Geräte häufiger, statt wie im Sommer draußen im Biergarten zu sitzen.
Gleichzeitig steht weniger Solarstrom zur Verfügung, weil die Tage kürzer und dunkler sind. Die Kombination aus hoher Nachfrage und geringem Angebot führt häufig zu höheren Preisen. Im Sommer ist es genau umgekehrt: Mehr Sonnenenergie und ein insgesamt niedrigerer Verbrauch wirken entlastend und machen Strom in vielen Fällen günstiger.
Angebot und Nachfrage erklären also, warum Strompreise schwanken, doch für die konkrete Preisbildung reicht das allein nicht. Hier kommt das sogenannte Merit-Order-Prinzip ins Spiel: Dabei werden die Kraftwerke nach ihren Erzeugungskosten sortiert.
Zuerst fließt günstiger Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Solaranlagen ins Netz. Reicht deren Leistung nicht aus, um den Bedarf zu decken, werden nach und nach teurere Kraftwerke hinzugeschaltet. Der Preis setzt schließlich das letzte – und damit teuerste – Kraftwerk, das noch benötigt wird, um die Nachfrage zu decken.
Das bedeutet: Auch günstiger Wind- oder Solarstrom wird zum gleichen Preis verkauft wie der teure Strom aus dem letzten Kraftwerk. Muss zum Beispiel ein Gaskraftwerk zugeschaltet werden, steigt der gesamte Strompreis, auch wenn ein Großteil der Energie an diesem Tag eigentlich sehr günstig erzeugt wurde.
So entsteht ein dynamisches Preisgefüge, das sowohl kurzfristig als auch langfristig schwankt.
Die Frage, zu welcher Uhrzeit der Strom am günstigsten ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Preise jeden Tag an der Börse neu entstehen. Es gibt aber typische Muster, die sich über die Jahre beobachten lassen.
So ist der Strom nachts billiger, etwa zwischen 22 und 6 Uhr. Der Grund: Während die meisten Menschen schlafen, ist der Bedarf im Netz natürlich deutlich geringer. Die geringere Nachfrage sorgt dafür, dass Strom nachts günstiger ist.
Auch mittags, etwa zwischen 11 und 14 Uhr, können die Preise besonders niedrig sein, vor allem an sonnigen Tagen. Dann speisen viele Photovoltaikanlagen gleichzeitig ins Netz ein und erhöhen das Angebot. Wird zur gleichen Uhrzeit vergleichsweise wenig Strom verbraucht, drückt das die Preise spürbar nach unten.
Teurer wird es dagegen meistens morgens und abends. Dann steigt die Nachfrage stark an, weil viele Haushalte gleichzeitig Strom nutzen.
Ob Sie von den Zeiten profitieren können, an denen der Strom am günstigsten ist, hängt von Ihrem Tarif ab: In klassischen Festpreis-Tarifen zahlen Sie rund um die Uhr denselben kWh-Preis. Nur mit dynamischen Stromtarifen, die direkt an die Börse gekoppelt sind, wirken sich günstige Uhrzeiten auch auf Ihre Rechnung aus. Voraussetzung dafür ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), das den Verbrauch stundengenau erfasst.
Besonders lohnend ist das für Haushalte mit flexiblem Verbrauch, zum Beispiel, wenn Sie Ihr E-Auto zu Hause laden, eine Wärmepumpe betreiben oder größere Haushaltsgeräte bewusst in günstigen Zeitfenstern nutzen können.
Mehr Details und Tipps finden Sie in unserem Ratgeberartikel Variable Stromtarife: So sparen Sie mit flexiblen Preisen.
Produktmanagerin
Charlotte Kalden ist Produktmanagerin für Strom und Erdgas und spezialisiert auf dynamische sowie variable Stromtarife und Energiedienstleistungen. Sie entwickelt innovative Tarifmodelle, die flexibel auf Markt- und Verbrauchsschwankungen reagieren. Dabei legt sie großen Wert darauf, Kunden nachhaltige und wirtschaftliche Energielösungen anzubieten.
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