Stromfresser im Haushalt

Hier erfahren Sie, wie Sie die größten Stromfresser im Haushalt finden und nachhaltige Lösungen umsetzen, um Energie und Kosten einzusparen.

7 min Lesezeit

Geprüft von: Lara Hundt, Mitarbeiterin im Online-Marketing & E-Commerce

Auf einen Blick: Stromfresser im Haushalt

Typische Stromfresser

Alte Heizungspumpen, Herd, Gefrierschrank und Trockner verbrauchen besonders viel Energie.

Heimliche Stromfresser

Mikrowelle, Kaffeeautomat oder Fernseher ziehen oft unbemerkt Strom – auch im Standby-Modus.

Stand-by vermeiden

Geräte nachts oder im Urlaub ganz ausschalten – das spart Strom und Geld.


Häufig gestellte Fragen

Was sind die größten Stromfresser im Haushalt?

Mit zu den größten Stromfressern im Haushalt gehören

  • alte Heizpumpen (ca. 600–800 kWh),
  • der elektrische Herd (ca. 445 kWh),
  • der Gefrierschrank (ca. 415 kWh) und
  • der Wäschetrockner (ca. 325 kWh).

Diese Angaben sind Durchschnittswerte und beziehen sich beispielhaft auf einen Drei-Personen-Haushalt.

Wie finde ich Stromfresser im Haushalt?

Ein Strommessgerät eignet sich gut, um Stromfresser im Haushalt zu identifizieren. In diesem Fall sollten Sie eine Tabelle anlegen, in der Sie die Messungen festlegen. Sie können aber auch mithilfe einer smarten Steckdose in Kombination mit dem Handy Ihren Stromverbrauch messen.

Wann lohnt es sich, Stromfresser im Haushalt auszutauschen?

Wenn die Stromrechnung sehr hoch ist, lohnt es sich möglicherweise, den einen oder anderen Stromfresser im Haushalt auszutauschen. Vergleichen Sie dafür die gemessenen Werte Ihrer alten Elektrogeräte mit den Produktangaben neuerer Geräte auf dem Markt. 

Warum ist mein Stromverbrauch so hoch?

Ein sehr hoher Stromverbrauch im Haushalt kann auf alte oder defekte Geräte, ein geändertes Nutzungsverhalten oder auch einen fehlerhaften Stromzähler zurückzuführen sein. 

Ein erster Schritt kann sein, die größten Stromfresser im Haushalt zu identifizieren – zum Beispiel mit einem Strommessgerät oder einer smarten Steckdose. Sobald Sie wissen, welche Geräte besonders viel Energie verbrauchen, können Sie gezielt Maßnahmen ergreifen.


Infografik zu Stromverbrauchern

Zu den sogenannten „Stromfressern“ oder „Stromverbrauchern“ im Haushalt zählen alle Geräte, die einen überdurchschnittlichen Energiebedarf aufweisen. Dies trifft besonders auf Geräte im Dauerbetrieb zu – oder auf ältere Elektrogeräte. Sie verbrauchen oft mehr Strom als moderne, energieeffiziente Alternativen und können dadurch Ihre Stromkosten unnötig in die Höhe treiben. 

Wie in unserer Infografik dargestellt, fallen besonders Kochen, Bügeln und Trocknen sowie Kühl- und Gefriergeräte ins Gewicht, was den Stromverbrauch im Haushalt betrifft. 

Den größten Anteil am Stromverbrauch haben Kochen, Bügeln und Trocknen, gefolgt von Kühl- und Gefriergeräten (Quelle: BDEW)

Die 10 größten Stromfresser

Wenn Sie Ihren Energieverbrauch effektiv senken möchten, sollten Sie die größten Stromfresser in Ihrem Haushalt identifizieren – denn genau sie machen den größten Anteil Ihrer Stromrechnung aus.

Lassen Sie uns daher gemeinsam Raum für Raum eine typische Wohnung betrachten. Die folgenden Werte beziehen sich dabei auf einen Drei-Personen-Haushalt und sind als ungefähre Durchschnittsangaben zu behandeln. Eine kWh entspricht dabei der Energiemenge, die ein Gerät mit einer Leistung von einem Kilowatt pro Stunde verbraucht.

Küche

  • Elektroherd (445 kWh)

    Wer gerne und häufig kocht, verbraucht in der Regel mehr Strom als jemand, der überwiegend auswärts isst. Achten Sie darauf, den Topf passend zur Plattengröße zu wählen, und erhitzen Sie Wasser mit dem Wasserkocher, um zusätzlich Strom zu sparen.
  • Gefrierschrank (415 kWh)

    Zu den Top-Stromfressern im Haushalt gehört auch der Gefrierschrank, weil er ununterbrochen läuft. Denken Sie daran, die Tür Ihres Gefrierschranks immer schnell wieder zu schließen und ihn regelmäßig zu enteisen.
  • Kühlschrank (330 kWh)

    Ebenso wie der Gefrierschrank läuft der Kühlschrank rund um die Uhr und gehört daher zu den größten Stromfressern im Haushalt. Um den Energieverbrauch zu reduzieren, sollten Sie darauf achten, dass der Kühlschrank nicht direkt neben dem Herd oder einer Heizung steht. Die zusätzliche Wärmequelle würde den Kühlprozess erschweren und den Stromverbrauch unnötig erhöhen.
  • Geschirrspüler (245 kWh)

    Auch Geschirrspüler gehören zu den größten Stromfressern im Haushalt. Am sinnvollsten ist es, die Maschine wirklich voll zu beladen.

Arbeitszimmer

  • Monitor

    Wie viel Strom Ihr Monitor verbraucht, hängt von Ihrem Modell ab – gehen wir von einem 24-Zoll-Monitor aus, einer Standardgröße für Büroarbeit, können wir mit rund 25 Watt rechnen. Werfen Sie am besten vor dem Kauf einen Blick in die technischen Daten, um Klarheit zu bekommen.
  • WLAN-Router (135 kWh)

    Der WLAN-Router läuft häufig im Dauerbetrieb. Durch Abschalten in der Nacht oder vor längeren Abwesenheiten können Sie zusätzlich Energie sparen.

Wohnzimmer

  • Beleuchtung (400 kWh ganzer Haushalt)

    Auch wenn LED und Energiesparlampen einen geringeren Verbrauch aufweisen, sollten sie nicht ununterbrochen eingeschaltet bleiben (z. B. im Wohnungsflur), sondern nur, wenn sie wirklich benötigt werden.
  • Fernsehgerät (190 kWh)

    Auch der Fernseher zählt je nach Nutzungsverhalten zu den Stromfressern. Bei neueren Modellen ist der Stromverbrauch im Stand-by-Modus aber schon nicht mehr sehr hoch. Bitte beachten Sie, dass je nach Einstellung manche Smart-TVs Updates im Stand-by-Modus laufen lassen, was zusätzlich Strom verbraucht.

Badezimmer

  • Wäschetrockner (325 kWh)

    So praktisch ein Wäschetrockner auch ist, so viel Strom verbraucht er. Um Energie zu sparen, empfiehlt es sich, die Wäsche nach Programmende zeitnah zu entnehmen.
  • Waschmaschine (200 kWh)

    Bei größeren Haushalten läuft die Waschmaschine natürlich häufiger. Der Einsatz von Eco-Programmen sowie Waschen bei 30 oder 40 Grad sparen jedoch Strom und Wasser.

Heizungskeller

  • Alte Heizungspumpen (600–800 kWh)

    Eine neue Heizungspumpe verbraucht im Vergleich zu einer alten etwa 80 Prozent weniger Strom und reguliert sich sogar nach Bedarf. Nach etwa zehn Jahren sollten Sie einen Austausch in Betracht ziehen.

Kühlschränke, Gefrierschränke oder andere dauerhaft laufende Haushaltsgeräte gehören zu den größten Stromfressern im Haushalt, sind aber unverzichtbar. Da sie nicht einfach abgeschaltet werden können, kann der Austausch gegen ein modernes, energieeffizientes Gerät eine sinnvolle Lösung sein.

Modelle mit hoher Energieeffizienzklasse verbrauchen deutlich weniger Strom und können sich durch die eingesparten Energiekosten nach einigen Jahren bezahlt machen.


Heimliche Stromfresser im Haushalt

Neben den großen Stromfressern gibt es auch viele kleine Geräte in der Wohnung, die in der Summe erheblich zum Stromverbrauch beitragen. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Drucker
  • Handy-Ladegerät
  • Kaffeevollautomat
  • Laptop
  • Mikrowelle
  • Spielekonsole
  • Stereoanlage
  • Toaster
  • Wasserkocher

Ein weiterer heimlicher Stromfresser ist der Stand-by-Modus vieler Elektrogeräte. Er ist praktisch, da Geräte so jederzeit schnell einsatzbereit sind – doch dieser Komfort kann sich unmittelbar auf die jährliche Stromrechnung auswirken. 

Viele Geräte wie Fernseher, Spielekonsolen, Drucker oder Stereoanlagen verbrauchen selbst im Stand-by-Modus noch Energie, oft über mehrere Stunden täglich. Um diesen unnötigen Verbrauch zu reduzieren, empfiehlt es sich, Geräte vollständig auszuschalten oder abschaltbare Steckdosenleisten zu nutzen, die den Stromfluss komplett unterbrechen.

Tipp: Funksteckdosen können das Ausschalten erleichtern, weil Sie sich nicht mehr zu jedem Gerät bewegen müssen, sondern komfortabel zur Fernbedienung greifen können.


Stromfresser im Haushalt: Tabelle

Viele der oben genannten Elektrogeräte sind sehr beliebt, doch wirkt sich ihre Nutzung unmittelbar auf die jährliche Stromrechnung aus. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, welche Kosten entstehen können, wenn wir der Bundesnetzagentur folgen und von einem durchschnittlichen Haushaltskunden-Strompreis von 41,59 Cent pro Kilowattstunde ausgehen (Stichtag 1. April 2024): 

Gerät Jährlicher Stromverbrauch Jährliche Stromkosten

Alte Heizungspumpen

600–800 kWh

ca. 250–333 Euro

Beleuchtung

400 kWh

ca. 166 Euro

Elektroherd

445 kWh

ca. 185 Euro

Fernsehgerät

190 kWh

ca. 79 Euro

Gefrierschrank

415 kWh

ca. 173 Euro

Geschirrspüler

245 kWh

ca. 102 Euro

Kühlschrank

330 kWh

ca. 137 Euro

Wäschetrockner

325 kWh

ca. 135 Euro

Waschmaschine

200 kWh

ca. 83 Euro

WLAN-Router

135 kWh

ca. 56 Euro

Übrigens: Vermeiden Sie es unbedingt, Ihre Geräte über die eigentliche Nutzungsdauer hinaus stundenlang im Stand-by-Modus zu lassen – Ihr Konto wird es Ihnen danken, wenn die nächste Stromrechnung kommt.


Verbrauch von Stromfressern bestimmen

Um den Stromverbrauch einzelner Geräte zu ermitteln, empfehlen wir zum Beispiel den Einsatz eines Strommessgeräts, das Sie im Baumarkt erwerben oder bei der Verbraucherzentrale ausleihen können. 

Schließen Sie das Strommessgerät einfach wie ein Verlängerungskabel zwischen Steckdose und Stecker an und führen Sie eine Messung durch. Eine Messtabelle hilft Ihnen dabei, den Überblick zu bewahren.

Alternativ können smarte Steckdosen, die über eine App gesteuert werden, detaillierte Verbrauchsdaten liefern – alle relevanten Informationen bekommen Sie einfach auf Ihr Handy. 

Wenn Sie über das ganze Jahr Ihren Stromverbrauch messen, wird es so auch möglich, bestimmte Zeiträume und Jahreszeiten miteinander zu vergleichen.

Tipp: Berechnen Sie Ihren ungefähren Stromverbrauch mit der folgenden Formel: 

Wohnfläche in Quadratmetern × 9 kWh + Personenanzahl × 200 kWh (bei elektrischer Warmwasseraufbereitung 550 kWh) + Anzahl großer Haushaltsgeräte × 200 kWh = jährlicher Stromverbrauch


Praktische Tipps zum Stromsparen

Nicht nur die großen Stromfresser im Haushalt wirken sich erheblich auf den Energieverbrauch aus, auch kleine Alltagsgewohnheiten tragen dazu bei. Mit ein paar einfachen Tipps zum Energiesparen schonen Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern leisten gleichzeitig auch einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz.

  • Ziehen Sie bei Geräten, die gerade nicht in Gebrauch sind, den Stecker.
  • Nehmen Sie ungenutzte Ladekabel aus der Steckdose.
  • Nutzen Sie z. B. im Flur eine Beleuchtung über Bewegungsmelder.
  • Achten Sie beim Kauf von Neugeräten auf die Energieeffizienzklasse A.
  • Befüllen Sie Ihren Wasserkocher nur mit der Wassermenge, die Sie wirklich brauchen.
  • Mit der Umluftfunktion beim Backofen sparen Sie im Vergleich zur Ober- und Unterhitze Energie.
  • Schließen Sie die Kühlschranktür nach Gebrauch zügig.
  • Passen Sie Ihre Gerätegröße der Haushaltsgröße an, zum Beispiel bei Kühlschrank und Waschmaschine.

Unsere Expert*in

Porträt von Lara Hundt

Lara Hundt

Mitarbeiterin im Online-Marketing & E-Commerce

Mit besonderem Fachwissen in den Bereichen Strom und Energiesparen entwickelt sie zielgerichtete Strategien, um Menschen für effiziente Energienutzung und nachhaltige Lösungen zu sensibilisieren. Mit ihrer Expertise verbindet sie digitale Kommunikation mit praxisnahen Tipps, die sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen zugutekommen.

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