Arbeitspreis und Grundpreis bei Strom und Gas

Arbeitspreis/Verbrauchspreis oder Grundpreis – was zählt wirklich beim Strom- und Gastarif? Finden Sie heraus, wie Sie clever sparen können!

5 min Lesezeit

Geprüft von: Sabine Matting, Sachbearbeiterin Pricing

Auf einen Blick: Arbeitspreis und Grundpreis bei Strom und Gas

Arbeitspreis erklärt

Der Arbeitspreis (Verbrauchspreis) gibt Kosten pro verbrauchter Kilowattstunde Strom oder Gas an.

Grundpreis beachten

Der Grundpreis deckt fixe Kosten, unabhängig vom Verbrauch.

Wenigverbraucher sparen

Niedriger Grundpreis lohnt bei geringem Verbrauch.

Vielverbraucher-Vorteil

Hoher Grundpreis und niedriger Arbeitspreis vorteilhaft für Vielverbraucher.

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Flexible und dynamische Tarife bieten Chancen, aber auch Risiken.

Gesamtkosten betrachten

Jährliche Berechnung hilft bei Wahl des optimalen Tarifmodells.


Häufig gestellte Fragen

Was bedeuten Grundpreis und Arbeitspreis beim Strom?

Der Grundpreis deckt die festen Kosten wie Zählerbetrieb und Verwaltung ab, der Arbeitspreis (auch Verbrauchspreis genannt) wird pro verbrauchter Kilowattstunde berechnet. Beide ergeben zusammen den Strompreis.

Gibt es Stromanbieter ohne Grundgebühr?

Ja, es gibt Anbieter ohne Grundgebühr. Diese Angebote lohnen sich meist für sehr niedrige Verbräuche.

Welcher Arbeitspreis für Strom ist gut?

Aktuell sind in Deutschland Arbeitspreise zwischen 32 und 40 Cent pro Kilowattstunde üblich und als gut einzustufen.

Ist der Grundpreis im Abschlag enthalten?

Ja, im monatlichen Abschlag werden Grundpreis und Arbeitspreis zusammen anteilig verrechnet. So entstehen über das gesamte Jahr verteilt gleichmäßige Zahlungen.


Was steckt hinter dem Arbeitspreis bei Strom und Gas?

Bei Strom und Gas entscheidet der Arbeitspreis (auch Verbrauchspreis genannt) maßgeblich über Ihre jährlichen Energiekosten. Doch wie setzt er sich zusammen und welche Unterschiede gibt es? Wir erklären es verständlich.

Arbeitspreis beim Strom

Der Arbeitspreis beschreibt bei Strom den verbrauchsabhängigen Anteil Ihrer Energiekosten. Anders gesagt: Je mehr Strom Sie verbrauchen, desto stärker wirkt sich dieser Preis auf Ihre Stromabrechnung aus. Er wird in Cent pro Kilowattstunde angegeben und setzt sich aus den Faktoren Strombeschaffung, Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und Umlagen zusammen.

Arbeitspreis beim Gas

Beim Gas zeigt der Arbeitspreis, was Sie pro Kilowattstunde genutztem Erdgas zahlen. Neben dem eigentlichen Gasbeschaffungspreis beeinflussen vor allem Netzentgelte, der CO₂-Preis sowie Steuern und Abgaben die Höhe dieses Preises. Gerade bei Gas schwanken die Preise üblicherweise stärker als bei Strom.


Wie setzt sich der Grundpreis bei Strom und Gas zusammen?

Der Grundpreis taucht auf jeder Strom- und Gasrechnung auf. Doch was genau steckt hinter diesem fixen Kostenanteil? Wir erklären die Zusammensetzung.

Grundpreis beim Strom

Der Grundpreis beim Strom ist der Anteil Ihrer Stromrechnung, der völlig unabhängig von Ihrem tatsächlichen Verbrauch anfällt. Er deckt grundlegende Kosten ab, die Ihrem Energieversorger regelmäßig entstehen. Dazu gehören zum Beispiel die Bereitstellung und Wartung Ihres Stromzählers, Ableseservice, Netzentgelte und die Erstellung der Rechnung. Ob Sie viel oder wenig Strom sparen oder verbrauchen – diese fixen Kosten entstehen immer.

Grundpreis beim Gas

Ähnlich wie beim Strom gibt es auch beim Gas einen Grundpreis. Dieser feste Bestandteil Ihrer Gasrechnung entsteht ebenfalls unabhängig von Ihrem Verbrauch. Hiermit werden z. B. Kosten für Zählermiete, Wartungsarbeiten am Gasnetz sowie Service und Abrechnung finanziert.


Welche Tarif-Modelle gibt es?

Die Wahl eines passenden Modells hängt stark vom eigenen Verbrauch ab. Doch auch, ob der Strom-Grundpreis monatlich oder jährlich abgerechnet wird, spielt eine Rolle. Folgende Modelle sind üblich:

  • Tarife mit niedrigem Grundpreis und höherem Arbeitspreis:
    Empfehlenswert für Single-Haushalte oder kleine Wohnungen mit geringem Verbrauch. Hier wird der Strom-Grundpreis oft monatlich berechnet, was für Verbraucher mit geringem Verbrauch günstiger sein kann.
  • Tarife mit hohem Grundpreis und niedrigem Arbeitspreis:
    Empfehlenswert für Familien, Mehrgenerationenhaushalte oder Haushalte mit hohem Verbrauch, wie zum Beispiel solche, die mit Wärmestrom heizen oder ihr E-Auto zu Hause laden. In diesem Fall ist es meist günstiger, den Strom-Grundpreis jährlich zu berechnen, um die größtmöglichen Ersparnisse beim Arbeitspreis zu erzielen.
  • Strom ohne Grundpreis:
    Hier fällt der fixe Anteil komplett weg. Interessant bei sehr geringem Verbrauch, allerdings oft mit höheren Verbrauchskosten verbunden.
  • Dynamische Tarife:
    Noch relativ selten, bieten variable Stromtarife Preise, die sich am Börsenmarkt orientieren. Für Nutzer interessant, die ihren Verbrauch an günstige Zeitfenster anpassen können.

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Arbeitspreis oder Grundpreis – was ist wichtiger?

Grundpreis und Arbeitspreis bei Strom und Gas bestimmen maßgeblich Ihre Energiekosten. Doch was ist besser – ein niedriger Grundpreis oder Arbeitspreis? Das hängt vor allem von Ihrem Verbrauch ab.

  • Niedriger Verbrauch (Single oder kleiner Haushalt)
    Für Singles mit einem Stromverbrauch bis 1.500 kWh oder wenig Gasverbrauch im Jahr ist oft ein niedriger Grundpreis wichtiger. Denn bei wenig Verbrauch fallen verbrauchsabhängige Kosten weniger ins Gewicht. Ein Beispiel: Bei 1.500 kWh pro Jahr sparen Sie häufig mit einem niedrigen Grundpreis, selbst wenn der Arbeitspreis etwas höher liegt.
  • Hoher Verbrauch (Familie oder Mehrpersonenhaushalt)
    Familien mit 4.000 kWh oder mehr Stromverbrauch profitieren meist von einem Tarif mit niedrigem Arbeitspreis und höherem Grundpreis. Ähnlich ist es bei Gas, wenn damit intensiv geheizt wird.

Für Haushalte, die zunächst vorsichtig testen möchten, könnte ein Tarif mit Grundpreisfreiheit für eine bestimmte Zeit – etwa der TEAG.Strom easy-Tarif mit sechsmonatiger Grundpreisfreiheit – eine gute Einstiegsoption sein.

Prüfen Sie unbedingt Ihre Jahresabrechnung, um zu entscheiden, was besser ist – niedriger Grundpreis oder Arbeitspreis für Strom und Gas.


Praktische Beispiele und einfache Berechnungshilfen

Anhand konkreter Rechenbeispiele lässt sich am besten erkennen, ob für Sie ein Tarif mit höherem Grundpreis und niedrigerem Arbeitspreis oder umgekehrt vorteilhafter ist. Ein einfacher Stromrechner (wie von der TEAG) für Grund- und Arbeitspreis kann hierbei helfen, die für Sie optimale Entscheidung zu treffen. Um die ideale Kombination aus Grund- und Arbeitspreis beim Strom berechnen zu können, benötigen Sie lediglich Ihren jährlichen Verbrauch in Kilowattstunden (kWh).

Beispielrechnung für einen Single-Haushalt (1.500 kWh Stromverbrauch)

Tarif-Modell Grundpreis/Jahr Arbeitspreis Gesamtkosten

Niedriger Grundpreis, hoher Arbeitspreis

120 Euro

42 Cent/kWh

750 Euro

Hoher Grundpreis, niedriger Arbeitspreis

250 Euro

35 Cent/kWh

775 Euro

Ergebnis:
In diesem Szenario ist bei niedrigem Verbrauch der Tarif mit höherem Grundpreis insgesamt teurer. Somit lohnt sich für Singles oder Personen mit geringem Stromverbrauch meist eher der Tarif mit niedrigerem Grundpreis, auch wenn der höhere Arbeitspreis zunächst womöglich das Gegenteil vermuten lässt.


Beispielrechnung für einen Familienhaushalt (4.000 kWh Stromverbrauch)

Tarif-Modell Grundpreis/Jahr Arbeitspreis Gesamtkosten

Niedriger Grundpreis, hoher Arbeitspreis

120 Euro

40 Cent/kWh

1.720 Euro

Hoher Grundpreis, niedriger Arbeitspreis

250 Euro

34 Cent/kWh

1.610 Euro

Ergebnis:
In diesem Fall ist der Tarif mit höherem Grundpreis, aber niedrigerem Arbeitspreis eindeutig die günstigere Option.


Beispielrechnung für einen Familienhaushalt (20.000 kWh Gas pro Jahr)

Tarif-Modell Grundpreis/Jahr Arbeitspreis Gesamtkosten

Niedriger Grundpreis, hoher Arbeitspreis

150 Euro

14 Cent/kWh

3.050 Euro

Hoher Grundpreis, niedriger Arbeitspreis

220 Euro

12 Cent/kWh

2.620 Euro

Ergebnis:
Gerade bei höheren Gasverbräuchen zeigt sich der Vorteil eines niedrigeren Arbeitspreises klar.


3 Tipps für Ihre Entscheidung

  • Kleine Haushalte oder Singles mit niedrigem Verbrauch liegen meist mit niedrigem Grundpreis und höherem Arbeitspreis günstiger
  • Haushalte mit mittlerem bis hohem Verbrauch profitieren in der Regel von einem höheren Grundpreis mit deutlich niedrigerem Arbeitspreis.
  • Nutzen Sie zur schnellen Orientierung einfache Tools im Netz, zum Beispiel unsere Rechner für Stromtarife und Erdgastarife mit denen Sie problemlos Ihre Energiekosten berechnen können.

Unsere Expert*in

Porträt von Sabine Matting

Sabine Matting

Sachbearbeiterin Pricing

Sabine Matting ist Pricing Managerin mit umfassender Expertise in der Strom-/ Gaspreiskalkulierung und -berechnung. Sie entwickelt präzise und marktgerechte Preisstrategien, die den wirtschaftlichen Erfolg sichern. Dabei kombiniert sie fundierte Analysen mit einem klaren Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit und Kundenzufriedenheit.