Gasheizung umrüsten auf Wärmepumpe: So gelingt der Umstieg

Jetzt von fossiler Energie auf Zukunftstechnologie umsteigen. Erfahren Sie alles, was Sie zur Umrüstung von Gas auf Wärmepumpe wissen müssen.

8 min Lesezeit

Geprüft von: Matthias Pfütsch, Energieberater für Produkte und Dienstleistungen

Auf einen Blick: Gasheizung umrüsten auf Wärmepumpe

Heizkosten senken

Mit einer Wärmepumpe sparen Sie bis zu 30 Prozent Ihrer jährlichen Heizkosten ein.

GEG-Vorgaben erfüllen

Bereiten Sie Ihr Haus schon heute auf die gesetzlichen Anforderungen ab 2026 oder 2028 vor.

Förderung nutzen

Erhalten Sie bis zu 70 Prozent Zuschuss auf Anschaffung, Planung und Einbau Ihrer Wärmepumpe.

Weniger CO₂ ausstoßen

Reduzieren Sie Ihren Energieverbrauch und leisten Sie einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Unabhängig von Gas werden

Machen Sie sich frei von Preisrisiken und fossilen Brennstoffen mit einer zukunftssicheren Lösung.

PV-Strom einbinden

Nutzen Sie Ihren Solarstrom für die Wärmepumpe – beim Austausch der Gasheizung meist direkt mitgeplant.


Häufig gestellte Fragen

Kann man eine Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen?

Ja, in vielen Fällen kann man eine Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen – auch im Altbau. Voraussetzung ist meist eine gute Dämmung und ein geeignetes Heizsystem.

Was kostet der Umbau von Gas auf Wärmepumpe?

Je nach System und Aufwand liegen die Kosten zwischen 18.000 und 30.000 Euro – abzüglich der möglichen Förderung.

Warum ist eine Wärmepumpe so teuer?

Die Technik ist aufwendig und die Installation anspruchsvoll, weshalb Wärmepumpen eine hohe Investition erfordern. Dafür sparen Sie langfristig jedoch bei den Betriebskosten und profitieren darüber hinaus von Zuschüssen.

Wann ist eine Wärmepumpe nicht möglich?

Wenn Ihr Haus sehr schlecht gedämmt ist oder hohe Vorlauftemperaturen braucht, kann es Einschränkungen geben. In solchen Fällen sind Hybridlösungen eine Alternative.


Warum Sie Ihre Gasheizung umrüsten sollten

Die gesetzlichen Anforderungen an Heizsysteme in Deutschland haben sich mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) geändert. Seit dem 1. Januar 2024 müssen neu eingebaute Heizungen in Neubauten innerhalb von Neubaugebieten zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. 

Für Bestandsgebäude und Neubauten außerhalb von Neubaugebieten gelten im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung längere Übergangsfristen:

  • Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern: Die 65-Prozent-Regelung tritt hier ab dem 1. Juli 2026 in Kraft.​
  • Kleinere Kommunen: Hier gilt die Vorgabe ab dem 1. Juli 2028.

Diese Fristen ermöglichen es den Kommunen, eine umfassende Wärmeplanung zu erstellen, um die Umstellung auf erneuerbare Energien effektiv zu gestalten.

Vorteile: Das bringt die Umrüstung

Kosteneinsparungen

Durch den Umbau von Erdgas auf Wärmepumpe können Sie Ihre Heizkosten um bis zu 30 Prozent senken. Wärmepumpen nutzen kostenlose Umweltwärme und arbeiten effizienter als herkömmliche fossile Heizungen.

Umweltfreundlichkeit

Eine Wärmepumpe reduziert den CO₂-Ausstoß erheblich, da sie erneuerbare Energiequellen nutzt. Dies trägt aktiv zum Klimaschutz und zur Energiewende bei.

Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen

Mit einer Wärmepumpe machen Sie sich weniger abhängig von schwankenden Öl- und Gaspreisen sowie geopolitischen Risiken, die die Gasversorgung betreffen.

Erneuerbare Energie aus PV‑Strom einbinden

Bei vorhandenen Photovoltaik-Anlagen mit Eigenstromverbrauch-Regelung den selbst erzeugten Strom für den Betrieb der Wärmepumpe mit nutzenIn vielen Haushalten ist das bereits Realität oder wird beim Austausch der Gasheizung gegen eine Wärmepumpe direkt mitgeplant.

Wertsteigerung der Immobilie

Ein modernes, energieeffizientes Heizsystem erhöht den Wert Ihrer Immobilie und macht sie attraktiver für potenzielle Käufer oder Mieter.

Angesichts dieser gesetzlichen Vorgaben und der genannten Vorteile ist es sinnvoll, über eine Umrüstung Ihrer Gasheizung auf eine Wärmepumpe nachzudenken. Darüber hinaus macht bei vielen Menschen der Wunsch nach mehr Klimaschutz die Entscheidung leicht: Wer heute seine Öl- oder Gasheizung auf eine Wärmepumpe umrüstet, investiert in die Zukunft. Sie heizen nicht nur effizienter, sondern auch nachhaltiger, und das dauerhaft.


Wann sich eine Wärmepumpe wirklich lohnt

Sie fragen sich, ob sich der Umbau von Gas auf Wärmepumpe für Sie lohnt? In vielen Fällen ist die Antwort ein klares Ja, insbesondere, wenn Sie ohnehin eine Modernisierung planen oder Ihr Gasgerät bzw. Gas-Wärmeerzeuger älter als 15 Jahre ist. 

Moderne Wärmepumpen erreichen hohe Effizienzwerte und nutzen kostenlos verfügbare Umweltwärme. Dadurch amortisieren sich die Investitionen in den meisten Haushalten bereits nach wenigen Jahren. Gleich weiterlesen und für den eigenen Haushalt ausrechnen: Lohnt sich eine Wärmepumpe?

Wärmepumpe oder Hybridheizung?

Nicht jede Immobilie lässt sich sofort komplett auf eine Wärmepumpe umstellen. Wenn hohe Vorlauftemperaturen nötig sind – etwa aufgrund alter Heizkörper oder schlechter Wärmedämmung des Gebäudes –, kann eine Hybridlösung sinnvoll sein. Hier wird Ihre bestehende Gasheizung ergänzt durch eine Wärmepumpe.

Die Vorteile: Sie sparen Erdgas, reduzieren Emissionen und erfüllen bereits Teile der gesetzlichen Anforderungen. Besonders für den schrittweisen Umstieg ist dies eine attraktive Lösung.


Voraussetzungen für eine Wärmepumpe

Wer eine Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten möchte, sollte die technischen Gegebenheiten prüfen lassen. Wichtig sind:

  • ausreichend gedämmte Gebäudehülle
  • möglichst niedrige Vorlauftemperaturen des Wärmeverteilsystems
  • idealerweise eine Flächenheizung (Fußboden-, Decken- oder Wandheizung)
  • geeigneter Aufstellort (Innenaufstellung/Außenaufstellung) – dabei sind auch Bebauungsgrenzen, mögliche Lärmbelastungen und Schallreflektionen zu berücksichtigen

Gerade im Altbau stellt sich oft die Frage: Geht das überhaupt? Ja – in vielen Fällen. Die Umrüstung von Gas auf Wärmepumpe im Altbau gelingt mit guter Planung, moderner Technik und manchmal kleinen Anpassungen am Heizsystem.


Kosten im Überblick

Die gute Nachricht: Wer heute seine Gasheizung auf eine Wärmepumpe umrüstet, investiert nicht nur in moderne Technik – sondern auch in langfristige Unabhängigkeit. Zwar kostet der Umstieg zunächst Geld. Doch mit cleverer Planung und den richtigen Fördermitteln lässt sich viel sparen. Ein Überblick.

Was kostet die neue Wärmepumpe?

Je nach Bauart, Technik und Aufwand unterscheiden sich die Preise deutlich. Am geeignetsten ist meist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe – sie braucht keine Bohrung und ist relativ schnell installiert. Wer mehr investieren will, kann auf Erdwärme setzen.

Systemtyp Typischer Preisbereich

Luft-Wasser-Wärmepumpe

20.000 bis 30.000 Euro

Erdwärmepumpe (Sole-Wasser)

30.000 bis 50.000 Euro

Hybridlösung (Gas + Wärmepumpe)

ab 15.000 Euro zusätzlich

Diese Zahlen beinhalten die komplette Technik, Installation und Inbetriebnahme – also das volle Paket.

Zusatzkosten nicht vergessen

Auch rund um den Heizungstausch fallen Kosten an. Wer seine Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten will, sollte diese Posten im Blick haben:

  • Ausbau/Entsorgung der alten Anlage: rund 1.000 Euro
  • Heizlastberechnung inkl. hydraulischem Abgleich und Planung: 600 bis 1.500 Euro
  • Ggf. Anpassung der Heizkörper oder Einbau einer Fußbodenheizung
  • eventueller Stromanschluss/Zähleranlage für die neue Anlage

Unser Tipp: Frühzeitig mit einem Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experten  sprechen – das hilft bei der Kalkulation und beugt späteren Überraschungen vor.

Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus

Nehmen wir ein typisches Haus: 140 Quadratmeter Wohnfläche, Baujahr Mitte der 1990er, normal gedämmt. Die Eigentümer entscheiden sich, ihre alte Gasheizung auf Wärmepumpe umzurüsten – konkret auf eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe. Das neue Heizsystem kostet inklusive Einbau und Zubehör rund 22.000 Euro.

Weil die alte Gasheizung schon über 20 Jahre in Betrieb war, greift die staatliche BEG-Förderung besonders stark: 30 Prozent Grundförderung plus 20 Prozent Klimabonus. Falls das Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro liegt, kommt sogar ein weiterer Bonus von 30 Prozent dazu. In der Spitze übernimmt der Staat also bis zu maximal 70 Prozent der Kosten.

Im genannten Beispiel bleiben nach Förderung gerade einmal etwa 7.000 Euro übrig, die selbst getragen werden müssen. Das ist deutlich weniger, als viele zunächst vermuten. Gleichzeitig sinken die Heizkosten dauerhaft – oft um mehrere Hundert Euro im Jahr. Und wer zusätzlich eine Photovoltaikanlage plant, kann den Eigenverbrauch der Wärmepumpe sogar noch weiter optimieren.

Der Umbau von Gas auf Wärmepumpe ist keine einmalige Ausgabe ohne Gegenwert, sondern eine Investition in ein warmes Zuhause mit geringeren Nebenkosten und mehr Unabhängigkeit, da weniger Primärenergie benötigt wird.

Lohnt sich die Umrüstung?

Ja, vor allem langfristig. Wer heute die Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten möchte, profitiert von Fördergeldern, steigert den Immobilienwert und spart Betriebskosten. Die Kosten der Umrüstung von Gas auf Wärmepumpe amortisieren sich in vielen Fällen schon nach acht bis zehn Jahren.

Dazu kommt: Mit der Umrüstung von Gas auf Wärmepumpe erfüllen Sie bereits heute die gesetzlichen Vorgaben von morgen. Und das gibt Planungssicherheit.


Förderung: So profitieren Sie doppelt

Wer seine Gasheizung umrüstet auf Wärmepumpe, kann sich nicht nur über sinkende Heizkosten freuen, sondern auch über satte Zuschüsse. Denn die staatliche Förderung macht den Wechsel leichter als oft angenommen. Viele Förderprogramme greifen gezielt dort, wo moderne Technik auf veraltete Anlagen trifft. Wichtig: Die Beantragung muss grundsätzlich vor der Beauftragung erfolgen.

Zuschüsse vom Staat: einfach erklärt

Gefördert wird die Umstellung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Je nach Ausgangslage gibt es verschiedene Boni, die sich kombinieren lassen. Das lohnt sich vor allem für Hauseigentümer, die ihre Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten, zum Beispiel:

  • Klimabonus (20 Prozent):
    für funktionstüchtige Gasheizungen, die älter als 20 Jahre sind
  • Grundförderung (30 Prozent):
    für alle förderfähigen Wärmepumpen
  • Einkommensbonus (30 Prozent):
    für Haushalte mit weniger als 40.000 Euro Jahreseinkommen
  • Effizienzbonus (5 Prozent):
    Dieser Bonus wird zusätzlich zur Grundförderung von 30 % gewährt, wenn bestimmte Kriterien für besonders effiziente Wärmepumpen (z. B. Nutzung eines natürlichen Kältemittels) erfüllt sind

Die maximale Förderhöhe beträgt 70 Prozent der Gesamtkosten. Wichtig: Der Austausch muss durch ein Fachunternehmen erfolgen. Eigenleistungen werden nicht gefördert – wohl aber Materialkosten, wenn diese nachweislich zur Maßnahme gehören.

Beratungsangebote nutzen & Nerven sparen

Einzelantrag oder Angebot für einen Sanierungsfahrplan? BAFA oder KfW? Wer den Überblick verliert, ist nicht allein. Die Beantragung kann aufwendig sein – vor allem beim ersten Mal. Wenn Sie also Ihre Förderung für die Umrüstung Ihrer Gasheizung auf Wärmepumpe erhalten möchten, lohnt sich eine Beratung durch Profis. Der Umstieg wird so nicht nur finanziell entlastet, sondern auch organisatorisch deutlich einfacher.

Ziehen Sie zum Beispiel rechtzeitig einen Energieeffizienz-Experten hinzu. Energieeffizienz-Experten sind geschulte, geprüfte und von den Fördermittelgebern BAFA / KfW autorisierte Fachleute mit der Berechtigung, Förderungen zu beantragen und nach Fertigstellung die Maßnahmen für die Abrechnung zu bestätigen.

So stellen Sie sicher, dass Sie keine Fristen verpassen und die passenden Anträge korrekt gestellt werden.


Schritt für Schritt zur neuen Heizung

1. Beratung einholen

Lassen Sie Ihr Gebäude durch einen Energieeffizienz-Experten prüfen. So erkennen Sie Einsparpotenziale und technische Optionen.

2. Heizlast berechnen lassen

Eine Heizlastberechnung zeigt z. B., welche Wärmepumpe zu Ihrem Haus passt.

3. Förderung beantragen

Der Förderantrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden – zum Beispiel beim BAFA. Dafür benötigen Sie bereits einen Liefer- und Servicevertrag mit einem Fachbetrieb, der unter dem Vorbehalt der Förderzusage geschlossen wird.

4. Förderzusage abwarten & Auftrag bestätigen

Nach der Förderzusage wird der Vertrag mit dem Fachbetrieb wirksam und die Beauftragung endgültig. Setzen Sie auf erfahrene Handwerker mit Wärmepumpen-Erfahrung.

5. Montage und Inbetriebnahme

Nach der Installation wird Ihre neue Wärmepumpe in Betrieb genommen – oft innerhalb weniger Tage.

Sind alle Arbeiten abgeschlossen, übernimmt Ihre neue Wärmepumpe zuverlässig die Wärmeversorgung für Ihr Zuhause. Nach der Einrichtung arbeitet das System leise, effizient und nahezu wartungsfrei. Damit geht nicht nur der Heizungstausch zu Ende, sondern Sie starten auch in eine neue Phase mit nachhaltigem Heizen und langfristigen Einsparungen.


Unsere Expert*in

Porträt von Matthias Pfütsch

Matthias Pfütsch

Energieberater für Produkte und Dienstleistungen

Matthias Pfütsch ist Energieberater für TEAG-Produkte und Dienstleistungen für unsere Privatkunden. Er unterstützt unsere Kunden dabei, effiziente und nachhaltige Energieanwendungen umzusetzen und geeignete TEAG-Produkte zu nutzen. Dabei kombiniert er technisches Know-how mit praxisorientierter Beratung für maximale Energieeinsparungen.

Weitere Informationen über Matthias Pfütsch LinkedIn