Verluste erkennen
Wärmeverluste entstehen durch unzureichend gedämmte Wände, Dächer, Fenster und Türen.
Verlieren Sie wertvolle Wärme durch Ihr Dach, Ihre Fenster oder Wände? Wir zeigen Ihnen, wo die größten Schwachstellen sind – und was Sie dagegen tun können!
Wärmeverluste entstehen durch unzureichend gedämmte Wände, Dächer, Fenster und Türen.
Lüftungswärmeverluste und Transmissionswärmeverluste sind die Hauptfaktoren.
Altbauten ohne energetische Sanierung sind besonders anfällig für Wärmeverluste.
Wärmebrücken lassen Heizenergie ungenutzt entweichen.
Eine Thermografie macht energetische Schwachstellen sichtbar.
Ein Haus verliert die meiste Wärme über ungedämmte Flächen. Besonders betroffen sind Dach (bis zu 25 Prozent), Fassade (bis zu 30 Prozent), Fenster und Türen (bis zu 15 Prozent) sowie Kellerdecken. Unkontrollierte Lüftung kann zusätzlich bis zu 20 Prozent der Heizwärme entweichen lassen.
Der Wärmeverlust hängt vom Gebäudealter, der Größe und der Dämmung ab. Ein Haus von 1975 verliert etwa 150–200 kWh pro m² im Jahr, ein ebenso großes Haus aus dem Jahr 2005 hingegen nur ca. 50–80 kWh pro m² im Jahr. Häuser von 2015 oder neuer verlieren durchschnittlich 40–50 kWh pro m².
Den Wärmeverlust eines Hauses erkennt man durch eine Gebäudethermografie. Mit Wärmebildaufnahmen lassen sich Wärmebrücken, undichte Stellen und Dämmprobleme sichtbar machen.
Wärmeverluste treten auf, wenn ein Gebäude Wärme unkontrolliert nach außen abgibt. Hauptursachen sind Lüftungswärmeverluste und Transmissionswärmeverluste:
Der Wärmeverlust eines Hauses hängt stark von Baujahr, Dämmstandard und Heiztechnik ab. Unsanierte Gebäude verlieren über Wände, Fenster, Dach und Boden deutlich mehr Wärme als moderne oder sanierte Häuser. Der spezifische Wärmeverlust wird oft als Heizwärmebedarf angegeben – also die Energiemenge, die jährlich pro Quadratmeter zum Beheizen benötigt wird:
| Baujahr / Standard | Wärmeverlust pro Jahr |
|---|---|
Baujahr 1969 - 1978 |
ca. 153 kWh/m² |
Baujahr 1979 - 1983 |
ca. 120 kWh/m² |
Baujahr 1984 - 1994 |
ca. 132 kWh/m² |
Baujahr 1995 - 2001 |
ca. 122 kWh/m² |
Baujahr 2002 - 2009 |
ca. 87 kWh7m² |
Baujahr 2009 - 2015 |
ca. 47 kWh/m² |
Baujahr ab 2016 |
ca. 31 kWh/m² |
Passivhaus (hoher Dämmstandard, kaum Wärmeverluste) |
max. 15 kWh/m² |
Damit Sie die Wärmeverluste im Haus reduzieren können, müssen Sie zunächst die Schwachstellen kennen. Je nach Gebäudetyp – Altbau oder Neubau – gibt es unterschiedliche Risiken.
Eine Wärmebrücke beschreibt Bereiche in der Gebäudehülle, durch die Wärme schneller nach außen dringt als durch angrenzende Bauteile. Häufig sind das Fensterrahmen, Balkonanschlüsse oder Gebäudeecken.
Umgangssprachlich wird oft der Begriff Kältebrücke verwendet, fachlich korrekt ist jedoch der Begriff Wärmebrücke, da aus physikalischer Sicht Wärme entweicht und nicht Kälte in das Haus eindringt. Wärmebrücken führen zu höherem Heizenergieverbrauch und begünstigen Feuchtigkeitsschäden.
Diese Bereiche verursachen hohe Wärmeverluste:
Altbauten haben meist größere Wärmeverluste, da sie oft keine moderne Dämmung besitzen. Neubauten sind im Durchschnitt besser isoliert, doch auch hier können Wärmebrücken an Fenstern oder ungedämmten Böden auftreten. Energie sparen ist in beiden Fällen durch verschiedene Maßnahmen möglich. In jedem Fall hilft ein Energieausweis fürs Haus, den energetischen Zustand des Hauses besser einzuschätzen.
Wärmeverluste im Haus lassen sich oft schon mit einfachen Maßnahmen reduzieren – ohne große Investitionen. Hier sind sieben Sofortmaßnahmen, die helfen, Heizkosten zu senken und Gas zu sparen.
Undichte Fenster und Türen sind eine der häufigsten Ursachen für Wärmeverluste im Haus. Mit selbstklebenden Dichtungsstreifen oder Silikon lassen sich Spalten schnell und günstig verschließen. Türvorhänge oder Zugluftstopper reduzieren den Wärmeabfluss zusätzlich.
Geschlossene Rollläden und dicke Vorhänge verringern nachts Wärmeverluste im Haus, indem sie eine zusätzliche Isolationsschicht bilden. Besonders bei älteren Fenstern kann das den Wärmeverlust um bis zu 20 Prozent reduzieren.
Heizkörper sollten nicht von Möbeln oder schweren Vorhängen verdeckt werden. Das behindert die Luftzirkulation und sorgt dafür, dass die Wärme nicht gleichmäßig im Raum verteilt wird. Ein frei stehender Heizkörper reduziert die Wärmeverluste im Haus und verbessert die Heizleistung.
Gekippte Fenster lassen permanent Wärme entweichen. Besser ist es, mehrmals täglich für wenige Minuten stoßzulüften. Dadurch bleibt die Raumluft frisch, während die Wände ihre Wärme speichern.
Luft im Heizkörper verringert die Heizleistung erheblich. Entlüften Sie deshalb mindestens einmal pro Heizsaison Ihre Heizkörper. So können sie effizient arbeiten und unnötige Wärmeverluste im Haus werden vermieden.
Ein Teppich auf kalten Böden hilft, die gefühlte Temperatur im Raum zu erhöhen. Auch dünne Dämmplatten hinter Heizkörpern an Außenwänden reflektieren die Wärme zurück in den Raum, wodurch Sie Energie sparen.
Eine Raumtemperatur von 19 bis 21 Grad ist in Wohnräumen ausreichend. Bereits ein Grad weniger spart bis zu sechs Prozent Heizkosten. Smarte Thermostate helfen dabei, die Temperatur automatisch zu regulieren.
Schon einfache Maßnahmen helfen Ihnen, Wärmeverluste im Haus zu minimieren. Die Investition in energetische Verbesserungen spart dauerhaft Energie und Heizkosten. Nutzen Sie das Wissen aus der Thermografie und dem Energieausweis als ersten Schritt zu einem energieeffizienten und komfortableren Zuhause. Informieren Sie sich gleich weiter und machen Sie Ihr Haus fit für die Zukunft.
Produktmanagerin
Charlotte Kalden ist Produktmanagerin für Strom und Erdgas und spezialisiert auf dynamische sowie variable Stromtarife und Energiedienstleistungen. Sie entwickelt innovative Tarifmodelle, die flexibel auf Markt- und Verbrauchsschwankungen reagieren. Dabei legt sie großen Wert darauf, Kunden nachhaltige und wirtschaftliche Energielösungen anzubieten.
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